Fõoldal
SZERZÕI OLDALAK
- Gyõri Magda
- Németh Norbert
HAZUG ROMÁNC
  A&S Zenei Mûhelyek  
LINKEK
2017.11.24. - Emma   
Látogatók száma: 164098
Magyarul  English  
HÍREK * KIADVÁNYOK * KONCERTEK * ERCSI ZENEI FESZTIVÁL * IMPRESSZUM

Verlogene romanze


Magyar English

Italiano







"Verlogene Romanze"


Oper in drei Akten

 

Musik: Norbert Németh (1975–)

Libretto: Magda Győri (1952–)

 

 

   Die Oper "Verlogene Romanze" ist 2001 verfertigt worden.

   2002 ist die italienische Kunstübersetzung des Librettos von Dóra Várnai fertiggestellt worden unter dem Titel "Romanza mendace". Somit wird die Oper auch dem internationalen Publikum zugänglich.

Der im Sommer 2003 gedrehte Film stellt die Oper "Verlogene Romanze" in Querschnitt, sowie den Komponisten, mit Promotionszielen dar. Ausschnitte aus der Oper werden auf Klavier begleitet vorgeführt. Der Film ist in einer ungarischen, einer englischen und einer italienischen Version gedreht worden. Am 29. August 2003 wurde die Oper in Querschnitt im Rahmen der Eötvös-Tage von Ercsi unter Mitwirkung eines symphonischen Orchesters und namenharter Gesangskünstler uraufgeführt.

   Die Musik der Verlogenen Romanze spiegelt die Ars poetica von Norbert Németh getreu wider, laut deren die Musik ihr Ziel nur dann tatsächlich erreicht, wenn sie beim Zuhörer so ankommt, dass sie dessen Herz, Seele und Gedanken berührt. Die Verlogene Romanze ist moderne Musik, aber auch Schatzkammer von Harmonien und Melodien, die durch die interessant zusammengestellte Tonwelt, den Schwung und das Strömen der Formulierung des musikalischen Stoffes zusammengewoben wird. Den Hintergrund der Handlung und der Botschaft der Oper könnten alle Zeiten und Orte bilden, da die in ihr formulierten Gefühle und Probleme, bzw. die aus diesen sich entwickelnden komischen und tragischen Situationen global und zeitlos sind.

 

 

 

Über die "Verlogene Romanze"

 

   "Ein bedeutender und wertvoller Teil der Operliteratur des 20. Jahrhunderts hat sich von den Traditionen der Oper losgesagt, indem sie statt der konventionellen Librettos (oder der Verwendung großer, klassischer Dramen) originell denkende, bedeutende Dramatiker um neue dramatische Ideen für die neue Oper bat. Für Debussy, Stravinsky, Honegger und Bartók sind Mallarmé, Ramuz, Menyhért Lengyel, Béla Balázs und weitere, originell begabte Dramatiker zu "Librettisten" geworden. Demgemäß konnte man gar nicht mehr von "Librettos" sprechen. Gleichzeitig wirkt aber die Tradition an keiner anderen Stelle der modernen Musik in so großem Maße, wie gerade in der Bühnenmusik, sei sie auch noch so originell und kühn.

   Diese ganze Problematik des Textbuchautors habe ich im Laufe der Vorbereitung und des Schaffens der Oper "C’est la guerre" von Emil Petrovics auch miterlebt, und habe auch sehen können, wie ihr Gewicht für die musikalische Ebene dargestellt und aufgelöst wird.

   Deshalb las ich mit großem Interesse das Libretto von Magda Gyõri. Obwohl ich genau weiß, dass sich das Schicksal einer Oper aufgrund ihres Erklingens in der Musik entscheidet, jedoch wissen es alle Komponisten, was für ein Risiko die Auswahl oder die Bestellung eines dramatischen Werkes bedeutet.

   Der Operntext von Magda Gyõri verspricht der schöpferischen Phantasie des Komponisten von Szene zu Szene große Möglichkeiten. Sie bedient sich ohne Zagen auf die Traditionen der klassischen Oper verweisender Formen und Gedanken.

   Ich wäre an ihrer Vollentfaltung in der Musik und auf der Bühne äußerst interessiert. Deshalb hoffe ich auf ihre Verwirklichung…” (Miklós Hubay, 2001.)

 

   "Was ihre Melodienintention betrifft, ist die erste Oper des begabten Komponisten und Arztes Norbert Németh eine äußerst reiche, farbvolle, ideenreiche und vielfältige Musik. Mit gutem Geschmack wechseln sich lyrische, dramatische und charakterdarstellende Szenen in seiner zum unsere Zeit darstellenden, ewig aktuelle Themen (Liebe–Treue, Verführung, Betrogenwerden) ansprechenden Libretto von Magda Gyõri komponierten Musik. Die Musik der "Verlogenen Romanze" folgt romantischen Traditionen, sie wird aus der Fülle der Gefühle geboren: sie stellt die noch so kleinen Regungen der menschlichen Seele, von der Stimme der sich zerfleischenden Klage bis zur stürmischen Hochspannung, getreu dar." (László Bartal, 2002.)

 

   Besitzer und Vertreter der Urheberrechte der Oper ist die "Ars et Sanitas" Kunst- und Dienstleistungsgesellschaft mbH (Hunyadi J. u. 9., 4026 Debrecen).

 

 

 

 

 

Norbert Németh

 

Verlogene Romanze

Oper in drei Akten

 

Libretto, aufgrund der Idee von Norbert Németh:

Magda Győri

 

Italienische Übersetzung:

Dóra Várnai

 

Hommàge für die Gattung der Oper des 19. Jahrhunderts

 

 

Personen

Júlia, Richards junge Witwe.............................................Mezzosopran

Veronika, Julias Nichte.....................................................Mezzosopran

Anna, alte Witwe........................................................................Alt

Rafael, Annas Neffe................................................................Tenor

Valter................................................................................Bariton

Pierre, Mietling Valters, Anführer der gedungenen Mörder.............Tenor

Carlo, gedungener Mörder.....................................................Bariton

Raul, gedungener Mörder..........................................................Bass

Fülöp, Gastwirt............................................................Bariton Buffo

 

 

Bürger, Ankäufer, Freudenmädchen, Zirkustänzer, Clowns, zur Vesper Eilende.

 

 

Um die Jahrhundertwende, in einer mediterranen Kleinstadt

 

 

 

 

   Handlung der Oper

 

Erster Akt

   Friedhof am Hügelhang in der Nähe der Stadt, im Hintergrund der Giebel einer Kirche. Es ist später Nachmittag, einige Leute ziehen zur Vesper in die Kirche.

Drei Männer schleichen sich aus drei verschiedenen Richtungen aufeinander zu: Pierre, Carlo und Raul, die drei gedungenen Mörder. Vor einigen Monaten haben sie einen Auftrag ausgeführt, und planen jetzt, am Abend im Gasthof den Lohn von ihrem Auftraggeber zu übernehmen. Die drei Männer gehen weg, wie sie gekommen sind. Es wird ein Grab immer mehr beleuchtet, und eine junge Witwe daneben: Julia. Aus der Kirche sind die Anfangstöne der Vesper zu hören. Julia trauert um ihren verstorbenen Mann, Richard. Anna, eine alte Witwe kommt mit ihrem Neffen Rafael an. Die beiden Frauen teilen miteinander das gemeinsame Leid. Anna bedauert Julia, deswegen verschweigt sie ihr, dass sie weiß, wer ihre Männer ermordet hat. Anna geht lieber weg, um Julias Leiden nicht weiter zu vertiefen. Rafael bleibt und gesteht Julia seine Zuneigung und bietet ihr die Obhut seiner Liebe an. Die junge Witwe lehnt sie ab. Der enttäuschte Rafael verlässt sie. Vor den immer dunkleren Schatten und dem Leben erschrocken flieht sie aus dem Friedhof und schlägt den Weg nach Hause, in die Stadt, ein. In der Kirche erklingt das Magnifikat.

 

Zweiter Akt

   Der Hauptplatz der Stadt. Rechts ist die Terrasse des Gasthofs zu sehen. Der Platz ist voll von Bürgern; Lieferer, Ankäufer und Freudenmädchen amüsieren sich.

Die Bürger warten auf die Ankunft eines Wanderzirkus’, Clowns, Trommler und Tänzer laden zur Abendvorstellung ein. Pierre, Carlo und Raul sitzen auch im Gasthof. Fülöp, der Gastwirt, befleißigt sich fröhlich um die Gäste herum. Wir erblicken unter den Bürgern auch Veronika, Julias Nichte. Es kommt Valter an, die drei gedungenen Mörder haben auf ihn gewartet. Pierre tritt als ihr Vertreter zu Valter, und nachdem er die Bezahlung für ihre Arbeit bekommen hat, bietet er wieder ihre Dienste an. Die Bürger begrüßen die Kundgabe mit lautem Freudengeschrei: die Vorstellung beginnt! Sie eilen weg, Ankäufer und Freudenmädchen vergnügen sich weiter im Gasthof. Rafael möchte Julia, die vom Friedhof zurückkehrt und gerade den Platz durcheilt, anhalten, wird aber von Veronika überholt. Rafael geht unglücklich ab. Das Mädchen erzählt ihr voller Begeisterung, dass sie zum ersten Mal in ihrem Leben wirklich verliebt ist, dann huscht sie heiter fort. Valter tritt zu Julia, die gerade im Begriffe ist, ihren Weg fortzusetzen. Julia geriet immer mehr in seinen Bannkreis. Die fast völlig betrunkenen Amüsierenden werden von Fülöp, dem Gastwirt aufgefordert, das Gasthaus zu verlassen. Die Sommernacht sinkt hernieder, der Gasthof wird leer, die Romanze von Julia und Valter nähert sich zum Wendepunkt. Fülöp läßt sie allein. Julia kann der Verführung des Mannes nicht widerstehen und geht mit ihm zusammen ab.

Der Mond und die Sterne beleuchten ahnungsvoll die schlafende Stadt.

 

Dritter Akt

   Julias Zimmer. Es sind mehrere Monate vergangen. Als der Vorhang aufgeht, liegt Julia auf dem Bett und schluchzt. Die Uhr der nahen Kirche schlägt viertel.

Veronika sitzt in der Mitte des Zimmers und schält Äpfel. Sie versucht Julia zu trösten, sie weist sie aber eher aus dem Zimmer. Julia, die allein bleibt, beschuldigt sich selbst wegen ihrer Untreue, sie trägt ja Valters Kind unter dem Herzen. Seit der Affäre kommt Valter zum ersten Mal wieder in die Stadt, und jetzt trifft er ganz unerwartet ein. Er möchte wieder ihre Gunst erlangen, sie lehnt ihn aber kalt ab. Valter geht beleidigt weg. Julia presst Richards Foto an sich. Sie weiß nicht, an wen sie sich in ihrer Verzweiflung wenden könnte. Die Kirchenuhr schlägt halb. Julia tritt zum Fenster und überlegt, ob sie vielleicht in die Kirche gehen sollte, um dort Trost zu suchen, als sie Anna auf der Straße erblickt. Da sie der Weisheit der alten Witwe traut, ruft sie zu sich hinauf. Julia klagt verzweifelt über ihre Untreue zum Andenken ihres Mannes, über ihre Schwangerschaft, ihre Schmach und ihren Schmerz. Auf ihre Bitte um Hilfe reagiert Anna auf eine ganz unerwartete Weise. Sie selbst konnte nie ein Kind bekommen, und jetzt als Witwe ist sie für immer allein geblieben. Sie teilt Julia böswillig mit, dass Valter selbst der Mörder Richards ist. Julia fällt ohnmächtig zu Boden. Anna tritt mit einem spöttischen Lächeln über sie hinweg und verläßt das Zimmer. Die Kirchenuhr schlägt dreiviertel. Sein Gewissen und seine Begierde treiben Valter zurück. Als er die ohnmächtige Frau erblickt, rennt er zu ihr, und bemerkt mit strahlender Freude den runden Bauch der Frau. Er berührt ihn, worauf Julia mit einem Aufschrei aufwacht. "Mörder!" – ruft sie. Das Bewusstsein seiner Vaterschaft macht aber Valter überheblich, er weist die Klage leichtsinnig ab, er bemerkt nichts von den Qualen der Frau. Er fordert von der Frau, zwischen dem verstorbenen Mann und ihm, dem Vater des Kindes zu wählen. Julia ergreift in ihrer äußersten Verzweiflung das Schälmesser.

Dunkelheit umhüllt die Bühne, alles wird vom Glockengeläute erfüllt.





sitemap